Südholland 2020

– oder Urlaub mit Boot und Hund 

Unser erster, gemeinsamer Bootsurlaub – dazu noch mit Hund.
Wer mich kennt weiß, dass ich ein Freund guter Vorausplanung bin. So haben wir bereits im August 2019 – im Rückblick auf entstandene Reisesituation sehr früh – die Australis, eine Pedro 800 für die Woche ab dem 01. Mai 2020 gechartert.

Da ich diesmal nicht einfach Mitfahrer, Rudergänger oder Deckshand sein würde, sondern Skipper wollte ich mir einfach vieles in Ruhe überlegen.

Vor dem Hintergrund der im April stark angespannten Pandemielage hat sich Yachtcharter Huibers mehr als kulant gezeigt. Wir konnten 
– auf den Zeitraum 17. Juni – 24. Juni umbuchen 
und
– das Boot gegen eine längere Curtevenne 830 mit dem Namen Polaris tauschen. 

Also ging es an einem bedeckten Freitag auf in Richtung Heukelum (NL) an der Linge.

Wir haben uns bewusst für dieses Fahrgebiet entschieden, um mit dem Hund jederzeit kurz anlegen zu können – ein guter Plan der sich aber als nicht notwendig erwies.

Nach Übernahme der bestellten Rettungswesten, dem iPad mit dem Kartenmaterial und einem Marifon haben wir die Polaris, unser zu Hause für die kommende Woche bezogen. Die sonst übliche Einweisung fand via YouTube Video statt.

Jetzt war es also an mir, die Crew (meine Frau) einzuweisen und mich mit dem Boot vertraut zu machen:

  • Übergabeprotokoll
  • Sicherheitseinweisung
  • Notrollen
  • Treibstoffvorrat checken
  • Frischwasservorrat prüfen
  • Blick in die Bilge
  • ….

Und dann ging es auch schon los, die Linge Richtung Merwedekanal bis Vianen, unserem ersten Tagesziel. Zwischendurch unser erstes Brückenmanöver – frei nach dem Motto „Guck was die andern Machen“ bzw. „wie war das nochmal mit den Signalleuchten“ haben wir das gut hinter uns gebracht. Auch das erste Anlegemanöver im Jachthaven de Vrijhaven ging gut von der Hand. Ein netter Hafenmeister, ein abgeschlossener Hafen, was will man mehr. Einzig unser Hund Buck hatte Schwierigkeiten mit den Gitterstegen, aber hier hatte jemand mitgedacht und am Rand eine Trittbahn aus Gummi verlegt.

In Vianen haben wir dann noch die Möglichkeit genutzt uns für die nächsten Tage mit Proviant einzudecken, da der Chartpoint in Heukelum mitten im Industriegebiet liegt und keinerlei Einkaufsmöglichkeiten bietet.

Am nächsten Tag war uns der Wettergott etwas wohlgesonnener und wir sind mit strahlend blauem Himmel zu unserer zweiten Etappe Richtung Utrecht aufgebrochen. Ausgangs des Hafens ging es direkt in die Schleuse Vianen, hier haben wir uns wieder an einem vorausfahren Einheimischen orientiert. Der stellte sich im Lauf der Fahrt als ein wirklicher Glückstreffer heraus, da wir einige Zeit vor einer defekten Brücke im Päckchen liegen mussten. Dank niederländischer Gastfreundschaft sind wir in der Wartezeit mit Kaffee, Tee und Keksen sowie einem guten Anlege Tipp für unser Ziel Utrecht und den nächsten Tag versorgt worden. Danke nochmal an den Skipper der „Time Out“ für den tollen Tipp an der Catharijnesingel anzulegen.

Sonntags ging es dann auf unseren „Long-Distance-Run“ von Utrecht bis Muiden. Los ging es mit tollen Ausblicken durch die Oudegracht, mitten durch die Utrechter Innenstadt. Dann durch die Weerdsluis auf die Vecht in Richtung Muiden. Zeitlich haben wir die Etappe stark unterschätzt, der Ausblick während der Fahrt hat uns aber mehr als entschädigt und auch der Hund hat gut ausgehalten. In Muiden angekommen war es so spät, dass wir nur noch einen Anlegeplatz außerhalb des Hafens bekommen haben, die Toiletten durften wir aber auf Nachfrage mitnutzen. 

Von Muiden aus ging es am nächsten Tag Richtung Amsterdam, raus auf das Ijmeer. Von dort über Het Ij in den Nordzeekanal, vorbei am kuscheligen Sixhaven in die topmoderne Amsterdam Marina. Hier kommt echtes Urlaubsfeeling auf, die Marina ist Top gepflegt, bietet wunderbares Hafenkino und verfügt über eine exzellente Infrastruktur. Hier liegen kleine neben großen und begegnen sich freundlich. Da wir einen geschützten Außenliegeplatz erwischt hatten konnten wir wunderbar den Schiffsverkehr auf dem Nordzeekanal beobachten, ein Ausflug ins Szeneviertel Noord lohnt sich aus meiner Sicht schon wegen der Streetart.

Unser Ziel nach einer lauen Nacht in Amsterdam sollte wieder der  Jachthaven de Vrijhaven in Vianen werden, diesmal allerdings über den Amsterdam-Rijnkanaal Richtung Süden – also bergauf wie es Binnen heißt. Muss man bestimmt mal gemacht haben, lohnt sich aber mit einem kleinen Schiff eher nicht. Die Aussicht ist halt „Kanal“ und wenn die großen an einem vorbeirauschen wackelt es heftig. In Vianen angekommen haben wir erstmal unserer Vorräte aufgefrischt und den nächsten Tag geplant. Hier kam wieder der freundliche Hafenmeister in Spiel der uns Gorinchem südlich von Utrecht empfahl.

So brachen wir also am nächsten Tag Richtung Gorinchem auf. Bei Arkel einfach weiter Richtung Süden, der Linge folgenden, durch die Sportbootschleuse und den Vluchthaven geradewegs in den Hafen der Watersport Vereiniging De Merwede. Aus dem Liegeplatz – Dilemma in Muiden gelernt, haben wir den dortigen Hafenmeister vorher kontaktiert und uns so einen schönen Liegeplatz gesichert. Der Vereinshafen ist toll, hier lohnt sich sowohl ein Ausflug in die Innenstadt als auch zur „Boven Merwede“ wo es neben einem Sandstrand auch „große Pötte“ zu beobachten gibt.

Am nächsten Tage entschieden wir uns gemütlich Richtung Basis zurück zu schippern um uns den Stress einer Freitagsfrüh-Rückgabe zu ersparen. Also sind wir gemütlich gegen Mittag Richtung Heukelum aufgebrochen und hatten eine entspannte Rücktour. Die Rückgabe war ebenfalls „easy“ – kurz abgetankt, die Spritrechnung beglichen und die Kaution zurückbekommen. Frau, Hund und Gepäck wieder ins Auto und ab nach Hause.

Alles in allem ein toller Törn, bei Yachtcharter Huibers waren wir bestimmt nicht das letzte Mal. 

Wer sich die Route auf der Karte ansehen möchte findet diese unterhalb des Original Beitrages auf der Webseite des Autors >>KLICK<<

Eine Törnzusammenfassung als Trailer findet ihr auf  YouTube